Einer für Schalke? Felix Uduokhai soll auf der Liste der Köngisblauen stehen. Foto: RHR-Foto

Einer für Schalke? Felix Uduokhai soll auf der Liste der Köngisblauen stehen. Foto: RHR-Foto

Felix Uduokhai ist ein Name, der auf Schalke zumindest genauer beobachtet werden dürfte. Türkische Medien berichten, dass Beşiktaş den Innenverteidiger im Sommer abgeben könnte. Auch der FC Schalke 04 soll zu den Interessenten gehören. Nach Sky-Informationen ist der frühere Bundesliga-Profi für Königsblau grundsätzlich interessant. Eine heiße Spur ist daraus aber noch nicht geworden.

Genau diese Abstufung ist wichtig. Uduokhai ist kein Name, der aus Schalker Sicht völlig aus der Luft gegriffen wirkt. Das Profil passt durchaus zu einem Aufsteiger, der in der Bundesliga defensive Stabilität braucht. Gleichzeitig gibt es nach aktuellem Stand keine Gespräche und keine Verhandlungen. Damit bleibt der 28-Jährige eher ein Kandidat auf der erweiterten Liste als ein konkreter Transferfall.

Beşiktaş soll gesprächsbereit sein

Der Ursprung der neuen Spekulationen liegt in der Türkei. Dort berichtet Sporx, dass Beşiktaş für die kommende Saison offenbar nicht mehr fest mit Uduokhai plant. Der Klub soll bereit sein, den Verteidiger bei einem passenden Angebot abzugeben. Im Raum steht laut dem Bericht eine Ablöse im Bereich von drei bis vier Millionen Euro.

Zudem soll Uduokhai seine Karriere an einem Ort fortsetzen wollen, an dem er regelmäßig spielt. Das macht eine Rückkehr nach Deutschland zumindest nachvollziehbar. Für Schalke wäre der Name deshalb sportlich interessant, wirtschaftlich aber kein Selbstläufer.

Sky bremst die Spur jedoch klar ein. Zwar zählt Uduokhai zu den Spielern, die für Schalke grundsätzlich interessant sein sollen. Gespräche oder konkrete Verhandlungen soll es bislang aber nicht gegeben haben. Damit liegt der Verteidiger im Schalker Blickfeld, mehr aber aktuell nicht.

Warum Uduokhai ins Schalker Suchraster passt

Sportlich lässt sich der Name gut erklären. Uduokhai ist Linksfuß, 1,93 Meter groß und gelernter Innenverteidiger. Er bringt Bundesliga-Erfahrung mit und kennt den deutschen Fußball aus seiner Zeit bei 1860 München, dem VfL Wolfsburg und dem FC Augsburg.

Für Schalke wäre Uduokhai kein klassisches Perspektivprojekt. Er wäre eher ein Stabilitätskauf. Genau solche Profile können für einen Aufsteiger wertvoll sein, wenn sie sofort Bundesliga-Niveau liefern. Ein linksfüßiger Innenverteidiger mit Erfahrung, Körperlichkeit und gutem Alter ist auf dem Markt nicht beliebig verfügbar.

Auch taktisch wäre das Profil interessant. Uduokhai könnte als linker Innenverteidiger in einer Viererkette spielen oder als linker Halbverteidiger in einer Dreierkette eingeplant werden. Auch auf der linken Seite hat er in seiner Karriere bereits ausgeholfen, seine natürliche Rolle liegt aber klar im Zentrum. Dort besteht bei Schalke aktuell eine Baustelle. Gerade im Aufbau kann ein Linksfuß auf dieser Position helfen, die Struktur natürlicher zu machen.

Solide Saison, aber keine unantastbare Rolle

Bei Beşiktaş war Uduokhai in der vergangenen Saison nicht außen vor. In der Süper Lig kam er auf 15 Einsätze, davon zwölf von Beginn an. Insgesamt stand er etwas mehr als 1.100 Minuten auf dem Platz. Das zeigt: Er hatte Spielpraxis und war Teil der Rotation, war aber offenbar nicht der Abwehrspieler, um den Beşiktaş zwingend weiterbauen möchte.

Genau daraus entsteht die Wechsel-Fantasie. Für Schalke wäre Uduokhai kein Spieler, der erst wieder komplett in den Rhythmus finden müsste. Er bringt Wettkampfpraxis mit, kennt Drucksituationen und hat über Jahre Bundesliga-Erfahrung gesammelt. Gleichzeitig könnte Beşiktaş gesprächsbereit sein, weil seine Rolle in Istanbul nicht mehr ganz unumstritten wirkt.

Sportlich wäre Uduokhai für Schalke vor allem ein Stabilitätsprofil. Er ist groß, körperlich robust, linksfüßig und kennt die Bundesliga. Der S04 würde mit ihm keinen klassischen Entwicklungsspieler verpflichten, sondern eher einen Verteidiger, der sofort helfen müsste. Gerade für einen Aufsteiger kann genau das wertvoll sein: mehr Erfahrung, mehr Körperlichkeit und ein Spieler, der die linke Innenverteidigerposition natürlich besetzen kann.

Der finanzielle Haken bleibt entscheidend

Der schwierigste Punkt dürfte die wirtschaftliche Seite sein. Wenn Beşiktaş tatsächlich drei bis vier Millionen Euro Ablöse aufruft, wäre Uduokhai für Schalke kein kleiner Transfer. Dazu käme vermutlich ein Gehalt, das für einen Bundesliga-Aufsteiger gut eingeordnet werden müsste. Sein Jahresgehalt soll rund 2,8 Millionen Euro betragen. Damit würde er auf Schalke wohl sofort in höchste Gehaltsregionen vorstoßen.

Sportlich wäre Uduokhai eine Verstärkung. Finanziell müsste Schalke sehr genau abwägen. Denn der 28-jährige Innenverteidiger bringt Erfahrung, aber kaum noch großen Wiederverkaufshebel. Die Frage wäre also: Ist der mögliche Stabilitätsgewinn diese Investition wert?

Denkbar wäre aus Schalker Sicht wohl vor allem ein Modell, das das Risiko reduziert. Eine Leihe mit Kaufoption oder ein niedrigerer Fixbetrag könnten realistischer wirken als ein teurer Kauf zu den aktuell genannten Konditionen. Solange es aber keine Gespräche gibt, bleibt auch das Spekulation.

Ein plausibler Name, aber keine heiße Spur

Uduokhai ist damit ein Gerücht, das sportlich Sinn ergibt, aber nicht überhöht werden sollte. Schalke braucht als Aufsteiger defensive Stabilität, Bundesliga-Erfahrung und klare Rollenprofile. Ein linker Innenverteidiger wie Uduokhai passt grundsätzlich in dieses Suchraster.

Die aktuelle Quellenlage spricht aber nicht für einen unmittelbar bevorstehenden Transfer. Türkische Medien bringen den Spieler mit einer möglichen Rückkehr nach Deutschland in Verbindung, Sky bestätigt ein grundsätzliches Schalker Interesse, bremst aber bei der Konkretheit deutlich.

Für den Moment ist Uduokhai also vor allem ein nachvollziehbarer Name auf der Liste. Sollte Schalke auf der linken Innenverteidigerposition tatsächlich noch nachlegen wollen, wäre sein Profil sportlich interessant: erfahren, linksfüßig, bundesligaerprobt. Die offene Frage liegt weniger auf dem Platz als im Gesamtpaket. Ablöse, Gehalt und Rolle müssten klar zum Schalker Rahmen passen. Erst dann könnte aus einem plausiblen Gerücht eine echte Spur werden.

Text: Marcel Schwering

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