Maximilian Lüft bewies in der Rückrunde ein goldenes Händchen. Hat er den nächsten Transfer bereits im Blick? Foto: KROEGER/RHR-FOTO

Maximilian Lüft bewies in der Rückrunde ein goldenes Händchen. Hat er den nächsten Transfer bereits im Blick? Foto: KROEGER/RHR-FOTO

Der FC Schalke 04 richtet den Blick weiter auf den Transfermarkt. Nach Informationen von Foot Mercato soll Jacques Ekomié von Angers SCO zu den Spielern gehören, die bei Königsblau auf dem Zettel stehen. Der 22-jährige Nationalspieler Gabuns ist auf der linken Abwehrseite zuhause und könnte damit in ein Profil fallen, das auch für Chefscout Maximilian Lüft interessant sein dürfte. Inside Schalke ordnet das Gerücht ein.

Denn auf dieser Position hängt weiterhin viel an Moussa Ndiaye.

Der Senegalese gehörte in der abgelaufenen Saison zu den Spielern, die sich auf Schalke deutlich stabilisiert haben. Robust im Zweikampf, athletisch stark, mit viel Raum nach vorne und defensiv meist verlässlich. Ndiaye hat sich damit nicht nur sportlich empfohlen, sondern auch seinen eigenen Marktwert gesteigert. Für Schalke ist das Fluch und Chance zugleich.

Sollte Ndiaye den Verein verlassen oder ein Transfer wirtschaftlich nicht dauerhaft darstellbar sein, müsste Königsblau auf der linken Seite reagieren. Genau in dieses Szenario passt der Name Jacques Ekomié.

Ekomié bringt ein interessantes Profil für Schalke mit

Ekomié wechselte 2024 ablösefrei von Girondins Bordeaux zu Angers SCO und entwickelte sich dort in der Ligue 1 zum Stammspieler. Er ist Linksfuß, 1,79 Meter groß und bringt vor allem das mit, was moderne Außenverteidiger im heutigen Fußball brauchen: Tempo, Intensität und viel Laufarbeit.

Sein Profil ist weniger das eines klassischen Flankengebers mit vielen Scorerpunkten. Ekomié kommt stärker über Dynamik, Zweikampfstärke und Aktivität auf der linken Seite. Er kann als Linksverteidiger in einer Viererkette funktionieren, wäre aber auch als höherer Wingback denkbar.

Für Schalke wäre das grundsätzlich spannend. Gerade unter einem intensiven, laufstarken Spielansatz braucht es Außenverteidiger, die nicht nur ihre Seite schließen, sondern auch immer wieder nach vorne schieben können. Ekomié würde hier vom Grundprofil her durchaus passen.

Ein möglicher Ersatz für Moussa Ndiaye

Die Verbindung zu Ndiaye liegt auf der Hand. Beide Spieler besetzen dieselbe Seite, beide bringen Athletik mit, beide sind noch in einem entwicklungsfähigen Alter. Sollte Schalke auf der linken Abwehrseite perspektivisch Ersatz benötigen, wäre Ekomié sportlich kein abwegiger Name.

Allerdings müsste man sauber trennen: Ekomié wäre nicht einfach eine günstige Kaderergänzung. Er wäre eher ein ambitionierter Transfer mit Entwicklungspotenzial und Wiederverkaufsfantasie. Genau solche Spieler sind für Schalke interessant, aber nur dann realistisch, wenn das Gesamtpaket passt.

Und daran gibt es erhebliche Zweifel.

Die Ablöse macht das Gerücht kompliziert

Angers soll laut Foot Mercato eine Ablöse im Bereich von 7 bis 10 Millionen Euro anpeilen. Für Schalke wäre das ein sehr großes Paket. Vor allem für einen Spieler, der zwar interessant ist, aber international offenbar auch bei anderen Klubs auf dem Radar steht. Genannt werden unter anderem Vereine aus Frankreich, England und Spanien.

Damit würde Schalke in einen Markt eintreten, in dem der Klub wirtschaftlich kaum die stärkste Position hätte. Selbst wenn Königsblau sportlich ein überzeugendes Projekt bieten kann, bleibt die Frage, ob man bei einer solchen Ablöse ernsthaft mitbieten würde.

Gerade als Bundesliga-Aufsteiger müsste Schalke sehr genau abwägen, wo große Transfersummen investiert werden. Ein Linksverteidiger für 7 bis 10 Millionen Euro wäre nur schwer vermittelbar, wenn gleichzeitig andere Mannschaftsteile verstärkt werden müssen.

Warum Schalke dann wohl eher zu Ndiaye tendieren würde

Deshalb ist das Gerücht aus Schalker Sicht eher unwahrscheinlich einzuordnen. Nicht, weil Ekomié sportlich uninteressant wäre. Im Gegenteil: Sein Profil passt durchaus in das moderne Schalker Suchraster. Sein laufintensives und zweikampfbetontes Spiel spricht für die „Schalke-DNA“.

Wenn Schalke tatsächlich in der Lage wäre, eine Ablöse in dieser Größenordnung zu stemmen, würde der Klub sehr wahrscheinlich zuerst versuchen, Moussa Ndiaye zu halten oder eine Lösung rund um ihn zu priorisieren. Ndiaye kennt den Verein, kennt das Umfeld, hat sich sportlich bewiesen und müsste nicht erst integriert werden.

Ekomié wäre daher ein spannender Plan B, aber aktuell keine wahrscheinlichere Lösung als Ndiaye.

Text: Marcel Schwering

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