
Soufiane El-Faouzi vom FC Schalke 04 wurde nicht für den endgültigen WM-Kader Marokkos nominiert. Foto: RHR-FOTO
Soufiane El-Faouzi wird nicht mit Marokko zur WM 2026 reisen. Der endgültige Kader der marokkanischen Nationalmannschaft wurde inzwischen veröffentlicht, der Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 steht nicht im Aufgebot von Nationaltrainer Mohamed Ouahbi. Das geht aus dem auf Instagram veröffentlichten Aufgebot Marokkos hervor.
Für den Schalker ist das zunächst ein kleiner Dämpfer. Noch vor wenigen Tagen war El-Faouzi zur marokkanischen Nationalmannschaft gereist. Inside Schalke berichtete über seine Nominierung im vorläufigen WM-Kreis und seiner Teilnahme vom 22. bis 26. Mai an einem Lehrgang der Auswahl.
Damit war die Hoffnung zumindest greifbar, dass El-Faouzi noch auf den letzten Metern in den endgültigen WM-Kader rutschen könnte. Daraus wird nun nichts. Marokko setzt im zentralen Mittelfeld unter anderem auf Spieler wie Sofyan Amrabat, Ismael Saibari, Neil El Aynaoui, Bilal El Khannouss und Azzedine Ounahi. Die Konkurrenz im Zentrum ist entsprechend hoch.
El-Faouzi ist damit nicht der einzige Schalker, dessen WM-Hoffnung vorerst geplatzt ist: Auch Kapitän Kenan Karaman wurde trotz Auszeichnung als Spieler der Saison nicht für die Türkei nominiert.
Vom Lehrgang zurück nach Schalke
Für El-Faouzi bleibt die Reise zur marokkanischen Nationalmannschaft trotzdem ein wichtiger Schritt. Der Schalker war im erweiterten Kreis dabei, durfte sich im Umfeld der Auswahl zeigen und hat damit erstmals konkret an der Tür zur Nationalmannschaft angeklopft. Dass es für den endgültigen WM-Kader noch nicht gereicht hat, ändert daran wenig.
Gerade bei einer Auswahl wie Marokko ist die Konkurrenz hoch. Seit dem historischen Halbfinaleinzug bei der WM 2022 haben die Atlas Lions international ein anderes Standing. Der Sprung in den finalen Kader ist entsprechend groß. Für El-Faouzi dürfte der Lehrgang deshalb weniger als Rückschlag, sondern eher als erster Fingerzeig zu verstehen sein: Seine Entwicklung auf Schalke wird wahrgenommen.
Schalkes Dauerbrenner bleibt auf dem Radar
Für Schalke 04 ändert die Nicht-Nominierung wenig an der sportlichen Bewertung. El-Faouzi war in der Aufstiegssaison einer der konstantesten Spieler der Königsblauen. In der Saison 2025/26 absolvierte er alle 34 Zweitliga-Spiele, stand jedes Mal in der Startelf und sammelte über 3.000 Einsatzminuten. Dazu kamen zwei Tore und fünf Vorlagen.
Genau diese Entwicklung dürfte auch in Marokko registriert worden sein. El-Faouzi kam 2025 von Alemannia Aachen nach Gelsenkirchen, hatte zuvor in der 3. Liga überzeugt und unterschrieb beim S04 einen langfristigen Vertrag bis 2029. Dass er nach nur einer Saison auf Schalke bereits im erweiterten Kreis einer ambitionierten Nationalmannschaft auftauchte, spricht für seinen sportlichen Fortschritt.
Die WM kommt für ihn offenbar noch zu früh. Das muss aber kein Rückschritt sein. Für El-Faouzi ging es in diesem Lehrgang auch darum, sich im Umfeld der Nationalmannschaft zu zeigen und intern einen Eindruck zu hinterlassen. Dieser erste Kontakt kann perspektivisch wertvoll bleiben, gerade wenn er sich nun auch in der Bundesliga beweist.
Warum El-Faouzis WM-Aus dem S04 helfen kann
Aus Schalker Sicht ist die Nicht-Nominierung nicht nur enttäuschend. Sie hat auch eine pragmatische Seite. El-Faouzi geht nach seiner starken Aufstiegssaison nicht in ein kräftezehrendes WM-Turnier, sondern kann nach dem Nationalmannschaftslehrgang nun regenerieren und anschließend voll in die Vorbereitung beim S04 einsteigen.
Gerade für Schalke ist das nicht unwichtig. El-Faouzi war in der vergangenen Saison einer der konstantesten Spieler im Kader und dürfte auch in der Bundesliga eine wichtige Rolle einnehmen. Statt Zusatzbelastung, Reisen und möglicher Einsatzminuten bei der WM bekommt der Mittelfeldspieler nun Zeit, den Kopf freizubekommen und körperlich sauber in den Sommer zu gehen.
Für den S04 kann genau das wertvoll sein. Die kommende Saison wird für den Aufsteiger intensiv, und Schalke braucht El-Faouzi fit, stabil und bereit für den nächsten Schritt. Sein WM-Traum ist damit vorerst verschoben. Für die Königsblauen könnte die frühe Rückkehr in die Vorbereitung aber ein kleiner Vorteil sein.
Text: Marcel Schwering
