Ben Manga kassiert nun wohl eine bis zu siebenstellige Abfindung. Foto: RHR-Foto

Ben Manga kassiert nun wohl eine bis zu siebenstellige Abfindung. Foto: RHR-Foto

Der FC Schalke 04 hat das Kapitel Ben Manga endgültig geschlossen. Nach Informationen von Sky haben sich die Königsblauen mit dem früheren Direktor Kaderplanung und Scouting auf eine Auflösung seines Vertrags geeinigt. Manga war bereits im September 2025 freigestellt worden, nun ist auch die vertragliche Trennung vollzogen. Der Kontrakt soll ursprünglich noch bis 2028 gültig gewesen sein.

Ganz billig wird dieser Schritt für Schalke offenbar nicht. Laut Sky kassiert Ben Manga eine Abfindung von rund einer Million Euro. Zuvor war in anderen Berichten bereits von einer hohen sechsstelligen Summe die Rede gewesen. Für einen Klub, der wirtschaftlich weiterhin genau auf seine Ausgaben achten muss, ist das eine schmerzhafte, aber wohl notwendige Altlast.

Manga kam als Hoffnungsträger nach Schalke

Manga kam im Mai 2024 mit einem starken Ruf nach Gelsenkirchen. Vor allem seine Zeit bei Eintracht Frankfurt hatte ihn als Kaderplaner und Scout bekannt gemacht. Schalke hoffte auf genau diesen Blick für Entwicklungsspieler, Marktchancen und langfristige Wertsteigerung.

Auf Schalke sollte Manga genau diesen Blick einbringen. Der Verein suchte nach Jahren voller sportlicher und finanzieller Fehlentscheidungen eine neue Kaderlogik. Mehr Scouting, mehr Struktur, mehr Wertentwicklung. In der Theorie passte Manga damit zu dem, was Schalke dringend gebraucht hätte.

In der Praxis wurde daraus jedoch kein stabiles Modell.

Nach Sky-Informationen kam es auf Schalke schnell zu Spannungen. Manga soll sich unter anderem mit dem damaligen Trainer Karel Geraerts überworfen haben. Zudem wurden ihm intern schwache Transfers und auch der Trainer-Fehlgriff Kees van Wonderen angelastet. Im September 2025 zog Schalke schließlich die Reißleine.

Damit endete ein Projekt, das auf dem Papier vielversprechend klang, beim S04 aber nie richtig ins Laufen kam. Manga hatte zwar Kompetenzen in Kaderplanung, Scouting und Knappenschmiede, doch genau diese breite Rolle wurde auf Schalke zum Risiko. Wenn ein solcher Posten nicht sauber eingebunden ist, entsteht schnell Reibung. Vor allem dann, wenn Trainer, Sportvorstand und Kaderplaner unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie eine Mannschaft aussehen soll.

Teure Lehre für Schalke

Schalke wollte mit Manga einen strukturellen Neustart einleiten. Stattdessen bleibt am Ende eine hohe Abfindung und die Erkenntnis, dass ein guter Ruf allein noch keine funktionierende Vereinsstruktur ersetzt.

Für Sportvorstand Frank Baumann ist die Auflösung trotzdem ein konsequenter Schritt. Solange Manga vertraglich weiter an den Klub gebunden war, blieb die Personalie im Hintergrund offen. Nun ist das Kapitel geschlossen. Schalke kann die sportliche Verantwortung klarer sortieren und die Kaderplanung ohne diese Altlast weiterführen.

Dennoch: Finanziell tut die Einigung weh. Sportlich und organisatorisch schafft sie aber Klarheit. Die Personalie Manga bleibt damit ein weiteres Beispiel dafür, wie schwer sich Schalke in den vergangenen Jahren mit nachhaltiger sportlicher Führung getan hat. Große Namen, neue Strukturen und ambitionierte Pläne gab es immer wieder. Entscheidend ist aber, ob Rollen, Entscheidungswege und sportliche Leitlinien zusammenpassen.

Für Schalke geht es nun darum, aus genau solchen Fällen zu lernen. Nicht jeder starke Einzelakteur verbessert automatisch das System. Gerade ein Klub wie S04 braucht weniger Parallelstrukturen und mehr klare Verantwortung. Die Vertragsauflösung mit Ben Manga ist deshalb nicht nur ein Schlussstrich. Sie ist auch eine Mahnung, künftige Personalentscheidungen noch stärker an Rollenprofil, Machtverteilung und praktischer Umsetzbarkeit zu messen.

Text: Marcel Schwering

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