Sasa Kalajdzic wird mit Schalke 04 in Verbindung gebracht. Warum der Ex-Stuttgarter sportlich spannend wäre, ein Transfer aber kompliziert bleibt. Foto: RHR-Foto

Sasa Kalajdzic wird mit Schalke 04 in Verbindung gebracht. Warum der Ex-Stuttgarter sportlich spannend wäre, ein Transfer aber kompliziert bleibt. Foto: RHR-Foto

Sasa Kalajdzic und Schalke 04: Dieses Gerücht sorgt sofort für Aufmerksamkeit. Der frühere Stuttgarter bringt Bundesliga-Erfahrung, Größe und Abschlussqualität mit. Nach seiner Leihe beim LASK ist seine Zukunft offen. Ein Bericht aus Österreich bringt nun Königsblau ins Spiel. Doch so reizvoll der Name klingt, so kompliziert wäre eine mögliche Umsetzung.

Klar ist: Der LASK hat Kalajdzic nach seiner Leihe offiziell verabschiedet. Der 28-Jährige war nur bis Saisonende aus Wolverhampton nach Linz verliehen. Der Schalke-Bezug stammt dagegen bislang aus Österreich. oe24 berichtet, Kalajdzic sei beim Bundesliga-Aufsteiger und Trainer Miron Muslic ein „heißes Thema“. Eine unabhängige Bestätigung aus Deutschland liegt aktuell nicht vor.

Österreichischer Bericht bringt Schalke ins Spiel

Der Abschied aus Linz war nach dem Ende der Leihe erwartbar. Trotzdem fällt Kalajdzic beim LASK nicht einfach als Randfigur heraus. Der Klub verabschiedete ihn nach einer erfolgreichen Saison offiziell und bezeichnete seine Verpflichtung rückblickend als „Goldgriff“. Laut Vereinsangaben steuerte Kalajdzic sieben Tore und elf Assists bei und war damit ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Doublegewinn.

Der Bericht von oe24 bringt nun erstmalig Schalke ins Spiel. Dort heißt es, der österreichische Nationalspieler sei bei Miron Muslic und dem FC Schalke 04 ein heißes Thema. Sein Profil passt durchaus zu einem Aufsteiger, der seine Offensive bundesligatauglich aufstellen muss. Konkrete Gespräche oder Verhandlungen sind bislang aber nicht belegt.

Warum Kalajdzic für Schalke sportlich interessant wäre

Für Schalke wäre Kalajdzic kein beliebiger Stürmername. Mit seinen zwei Metern Körpergröße bringt er ein Profil mit, das im aktuellen Markt nicht leicht zu finden ist. Er kann Bälle festmachen, lange Zuspiele verarbeiten, im Strafraum Präsenz erzeugen und mit seiner Kopfballstärke eine klare Zielspielerrolle ausfüllen.

Gerade für einen Aufsteiger kann so ein Angreifer wertvoll sein. Schalke wird in der Bundesliga nicht jedes Spiel über sauberen Ballbesitz und viele kontrollierte Angriffe lösen können. Es wird Phasen geben, in denen ein Stürmer gebraucht wird, der Bälle behauptet, zweite Bälle ermöglicht und der Mannschaft Zeit zum Nachrücken gibt. Kalajdzic wäre genau für solche Momente interessant.

Dazu kommt seine Bundesliga-Vergangenheit. Beim VfB Stuttgart spielte Kalajdzic einst eine starke Saison mit 16 Toren und sechs Vorlagen. Diese Zahlen erklären, warum sein Name auch Jahre später noch sofort Aufmerksamkeit erzeugt. Gleichzeitig liegt genau darin auch die Gefahr: Der Name klingt groß, aber Schalke müsste bewerten, was Kalajdzic heute unter Bundesliga-Bedingungen zuverlässig liefern kann.

Passt Kalajdzic zu Schalke und Muslic?

Der Muslic-Bezug macht das Gerücht zumindest nachvollziehbar. Schalke hat mit Miron Muslic einen österreichischen Trainer, der den Markt kennt und Kalajdzic besser einordnen dürfte als viele andere. Dazu kommt: Der 28-Jährige kommt aus einer starken Saison beim LASK, ist österreichischer Nationalspieler und bringt ein klares Profil mit.

Kalajdzic wäre aber kein Stürmer für die Tiefe oder für permanentes Anlaufen über Tempo. Er wäre eher ein Fixpunkt. Einer, an dem Schalke Angriffe festmachen kann. Einer, der lange Bälle verarbeitet, den Strafraum besetzt und in engen Spielen über Körpergröße und Kopfballstärke eine andere Lösung bietet. Gerade für einen Aufsteiger kann so ein Profil wertvoll sein.

Trotzdem wäre er nicht einfach eine Eins-zu-eins-Alternative zu Edin Dzeko, der zuletzt ebenfalls mit Schalke in Verbindung gebracht wurde. Beide bringen Größe, Erfahrung und Strafraumqualität mit. Dzeko wäre aber stärker als kurzfristiger Führungs- und Erfahrungsspieler zu verstehen. Kalajdzic wäre bei passender Fitness jünger und länger nutzbar, hätte dafür aber ein anderes Risikoprofil. Seine Verletzungshistorie, sein Vertrag bei Wolverhampton und die Gehaltsfrage machen das Paket komplex.

Für Schalke müsste die Frage deshalb weniger lauten: „Brauchen wir einen großen Stürmer?“ Die wichtigere Frage wäre: „Welches Risiko kann und will sich der S04 auf dieser Position leisten?“ Genau dort entscheidet sich, ob aus einem spannenden Namen auch eine realistische Lösung werden kann.

Spannender Name, schwieriges Gesamtpaket

Der größte Haken liegt bei Kalajdzic nicht im sportlichen Reiz, sondern im Gesamtpaket. Nach seiner LASK-Leihe kehrt der Angreifer zunächst zu den Wolverhampton Wanderers zurück, wo sein Vertrag noch bis 2027 läuft. Die Wolves zahlten 2022 rund 18 Millionen Euro an den VfB Stuttgart. Ein klassischer Festtransfer dürfte für Schalke daher kaum realistisch sein. Dazu kommt die Gehaltsfrage: Ein Spieler mit Premier-League-Vertrag bewegt sich normalerweise in Regionen, die für den S04 nur schwer abzubilden sind. Selbst wenn Wolverhampton nach dem Abstieg in die Championship den Kader neu sortieren sollte, wäre ein Kalajdzic-Deal für Schalke kein kleiner Griff ins Regal.

Noch wichtiger ist die medizinische Komponente. Kalajdzic wurde nach seinem Wechsel nach England von zwei Kreuzbandrissen ausgebremst. Genau deshalb müsste Schalke bei einem solchen Namen sehr genau hinschauen. Sportlich wäre er reizvoll: ein großer Zielspieler mit Bundesliga-Erfahrung, der Bälle festmachen, den Strafraum besetzen und der Offensive eine andere Struktur geben könnte. Aber reizvoll heißt noch nicht realistisch. Der LASK-Abschied ist bestätigt, der Schalke-Bezug stammt bislang aus Österreich. Eine unabhängige Bestätigung konkreter Gespräche gibt es aktuell nicht.

Unterm Strich ist Kalajdzic ein Name, den man aus Schalker Sicht nachvollziehen kann, aber nicht überhöhen sollte. Wenn überhaupt, wäre wohl eher ein Leihmodell oder ein stark abgesicherter Deal denkbar, bei dem Risiko, Gehalt und mögliche Folgekosten klar begrenzt bleiben. Noch ist Kalajdzic deshalb eher eine spannende Idee als ein belastbarer Transferfall. Sportlich würde der Name zum Bedarf passen. Ob Schalke ein solches Paket stemmen und sinnvoll absichern könnte, ist die deutlich offenere Frage.

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