
Kevin Müller ergänzte das Schalker Torwartgefüge ohne Anlaufschwierigkeiten. Nun soll der Routinier vertraglich gebunden werden. Foto: RHR-Foto/EWERT
Kevin Müller könnte auch über den Sommer hinaus beim FC Schalke 04 bleiben. Der erfahrene Torhüter ist aktuell noch vom 1. FC Heidenheim ausgeliehen, doch nach Informationen der Bild sieht inzwischen vieles nach einem festen Wechsel nach Gelsenkirchen aus. Bis zum Trainingsstart soll der Transfer demnach in trockenen Tüchern sein.
Müller selbst lässt keinen Zweifel daran, dass er sich auf Schalke wohlfühlt. Gegenüber der Bild erklärte der 34-Jährige, er habe sich „in der Mannschaft und im Verein von der ersten Sekunde brutal wohl gefühlt“. Als er im Winter dazukam, lief es für Schalke sportlich bereits hervorragend. Die Königsblauen standen auf Platz eins, Müller kannte seine Rolle hinter Loris Karius und nahm sie offenbar bewusst an.
Seine Aufgabe beschrieb er gewohnt direkt: Wenn er gebraucht werde, müsse er auf dem Platz da sein und „das Ganze nicht verkacken“. Genau das gelang ihm. Müller war kein Lautsprecher-Transfer, sondern eine Absicherung für den Aufstiegskampf. Am Ende durfte auch er seinen Teil dazu beitragen, dass Schalke wieder in der Bundesliga steht.
Müller kann sich Schalke-Verbleib vorstellen
Stand jetzt besitzt Müller noch einen Vertrag beim 1. FC Heidenheim. Sein Arbeitspapier beim FCH läuft bis 2027, Schalke hatte ihn im Januar zunächst nur bis Saisonende ausgeliehen. Eine Kaufoption wurde damals nicht vereinbart.
Trotzdem ist der feste Wechsel nun offenbar realistisch. Müller bestätigte, dass Gespräche laufen. Er habe einen laufenden Vertrag in Heidenheim, aber sowohl von Schalker Seite als auch von seiner Seite sei klar formuliert worden, dass man sich eine weitere Zusammenarbeit vorstellen könne.
Das ist aus Schalker Sicht nachvollziehbar. Müller kam im Winter als erfahrener Torwart hinzu, nachdem Justin Heekeren den Verein verlassen hatte. Schalke reagierte damals bewusst mit Routine auf eine Lücke im Torwartteam. Der Verein stellte die Leihe offiziell als Verstärkung für das Torwart-Team vor.
Kein Unruhe-Faktor im Torwartteam
Dass Kevin Müller seine Rolle auf Schalke angenommen hat, ist für die Kaderplanung nicht unwichtig. Nicht jeder erfahrene Torwart ist bereit, sich hinter einer klaren Nummer eins einzuordnen. Gerade wenn Karius tatsächlich langfristig gebunden werden sollte, braucht Schalke auf der zweiten Position keinen dauerhaften Konkurrenzkampf um jeden Preis, sondern Verlässlichkeit.
Müller wirkt in dieser Hinsicht wie ein passender Baustein. Er ist erfahren genug, um sofort da zu sein, wenn er gebraucht wird. Gleichzeitig scheint er verstanden zu haben, welche Aufgabe er im Schalker Gefüge übernehmen soll. Genau das macht einen festen Wechsel für den S04 plausibel.
Für Müller selbst wäre Schalke ebenfalls reizvoll. In Heidenheim war seine Situation zuletzt komplizierter geworden. Nach der Verpflichtung von Diant Ramaj war er im Torwartgefüge zurückgefallen und wurde im Winter nach Gelsenkirchen verliehen. Auf Schalke fand er dagegen schnell Anschluss und wurde Teil einer Mannschaft, die den Aufstieg geschafft hat.
Die Ablöse dürfte entscheidend werden
Offen bleibt vor allem die Einigung mit Heidenheim. Da Müller noch bis 2027 unter Vertrag steht und keine Kaufoption vereinbart wurde, muss Schalke mit dem FCH eine Lösung finden. Für Heidenheim ist der Torhüter sportlich zwar nicht mehr zwingend eingeplant, verschenken dürfte der Klub ihn aber trotzdem nicht.
Aus Schalker Sicht müsste der Deal wirtschaftlich sauber bleiben. Müller wäre ein erfahrener Backup, kein langfristiger Verkaufskandidat. Entsprechend sollte die Ablöse überschaubar sein. Gerade nach dem Aufstieg muss Schalke zwar investieren, sollte aber bei Ergänzungsspielern genau darauf achten, dass Gehalt, Ablöse und Rolle zusammenpassen.
Wenn der Transfer bis zum Trainingsstart abgeschlossen wird, hätte der S04 früh Planungssicherheit. Das Torwartteam wäre dann klar sortiert, und Müller könnte die Vorbereitung vollständig mitmachen.
Sollte die Einigung mit Heidenheim gelingen, wäre der Transfer deshalb vor allem eines: ein unspektakulärer, aber sinnvoller Schritt für mehr Stabilität im Schalker Kader.
